Rausgegeben: Studie Grüner Kapitalismus

sabine.nuss am 17. January 2010 um 18:25

gruenerkap_250.gifGegenwärtig scheint nur ein Projekt kapitalistischer Krisenbewältigung langfristig hegemoniefähig zu sein, das die dafür nötigen Ressourcen, Akkumulationsdynamiken und Konsenspotenziale hervorbringen könnte: ein Green New Deal, eine Periode eines grünen Kapitalismus. Es gilt, von links Positionen zu entwickeln, die auf die Widersprüche eines solchen Herrschaftsprojekts verweisen und interventionsfähig sind. Zugleich sollte eine radikale Realpolitik auf eine sozialistische, sozialökologische Transformation ausgerichtet werden. Noch sind wir in einer relativ offenen geschichtlichen Situation. Die Auseinandersetzung über die Wege nach der Krise ist noch nicht entschieden. Die vorliegende empirische Studie untersucht die materielle Realität bisheriger Politiken ökologischer Modernisierung. Sie zeigt die strategischen Konzepte der unterschiedlichen Kräfte eines grünen Kapitalismus und entwickelt eine Kritik des kapitalistischen Green New Deal. Es werden Perspektiven der Klimagerechtigkeit und der solidarischen Transformation bis hin zu einer möglicherweise notwendigen »Schrumpfungsökonomie« diskutiert. Grüner Kapitalismus. Krise, Klimawandel und kein Ende des Wachstums, von Stephan Kaufmann und Tadzio Müller, hg. v. Mario Candeias und Sabine Nuss, Reihe: einundzwanzig der RLS, Hg. Dieter Klein, Berlin 2009

Eigentum und Besitz bei Nicos Poulantzas

sabine.nuss am 11. January 2010 um 23:54

Alex Demirovic, Stephan Adolphs und Serhat Karakayali haben in der Reihe Staatsverständnisse bei Nomos einen Band zu Nicos Poulantzas herausgegeben. Dieser ist jetzt erschienen. Darin findet sich auch ein Aufsatz von mir und Ingo Stützle:

Durch die in den letzten Jahrzehnten rasant fortgeschrittene Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologien wurde »Geistiges Eigentum« zu einer besonders umkämpften Rechtssphäre. Manch einer vertritt die These, Geistiges Eigentum würde zur zentralen Rechtsform des 21. Jahrhunderts bzw. des »Informationszeitalters« werden. Hintergrund dieser Entwicklung ist die Digitalisierung von Inhalten geistig-kreativer Schöpfung. Durch die elektronische Datenverarbeitung und die grenzüberschreitende Vernetzung von Computern können geistig-kreative Schöpfungen weltweit unautorisiert verbreitet werden. In den vergangenen Jahren hat es etliche Maßnahmen gegeben, die dieser Praxis Einhalt gebieten sollen. So wurde u.a. das Urheberrecht angepasst und Kopierschutztechnologien entwickelt sowie Kampagnen durchgeführt, die das »Unrechtsbewusstsein« der NutzerInnen wecken sollten (»Raubkopierer sind Verbrecher«). Auf internationaler Ebene wurde das internationale Regelwerk TRIPS in die Welthandelsorganisation WTO aufgenommen, um die Eigentumsrechte im zunehmend weltweiten Warentausch mit Gütern geistigkreativer Schöpfung zu sichern. Ich will mehr »

Solidarität mit Kopenhagen-Protest

sabine.nuss am 16. December 2009 um 18:38

BERLIN | Die Rosa-Luxemburg-Stiftung zeigt sich solidarisch mit den Demonstrationen gegen das drohende Scheitern des UN-Weltklimagipfels in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen. “Gewaltfreier Protest ist dringend nötig”, sagte das geschäftsführende Vorstandsmitglied Florian Weis. Angesichts des Stillstands bei den Verhandlungen könne nur starke gesellschaftliche Gegenwehr für ein Umdenken in der Klimafrage bei den Industriestaaten und führenden Schwellenländern sorgen.
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Tonio Negri war in Berlin

sabine.nuss am 29. November 2009 um 18:36

negri-marx-herbstschule_091121_025.JPG…vor ein paar Tagen, im Prater. Er sprach darüber, wie sich in den 1960er Jahren der Bruch mit der traditionellen Kapitalismuskritik in Italien und Frankreich vollzog. Sein Vortrag kann jetzt auf der Seite der RLS runtergeladen werden.

ÜberLEBEN in den “Creative Industries”

sabine.nuss am 12. October 2009 um 17:29

Achtung, Werbung. Für eine Konferenz über die berühmten Kreativen in Berlin und anderswo..…Die »Creative Industries« gelten als Schlüssel für die Metropolenentwicklung im 21. Jahrhundert. Stadtregierungen wie in Berlin rücken sie ins Zentrum von Image- und Standortpolitik. Bei den Debatten steht vor allem der Nutzen für Wirtschaft und Stadtentwicklung im Vordergrund - selten werden die gewandelten Lebens- und Arbeitsbedingungen der Kreativen in den Blick genommen. Sie sollen auf dem Kongress zum Thema werden. Die digitale Revolution der Produktions- und Distributionsmittel, die Kämpfe um intellektuelle Eigentums- und Verwertungsrechte, flexiblere Unternehmensstrukturen und Arbeitsverhältnisse, die Projektform der Arbeit und die Privatisierung von Kultureinrichtungen haben Arbeits- und Lebensweisen wie Subjektivitäten verändert. Einer schier unübersichtlichen Zahl von Betätigungschancen steht eine enorme Konkurrenz um Jobs und Aufträge gegenüber, den gewachsenen Ausdrucksmöglichkeiten ein Druck zur Konformität des Marktes, einer freieren Selbstbestimmung die Selbstausbeutung in informellen und entgrenzten Arbeitsverhältnissen bei unsicheren Einkommen.

Wirtschaft vom Kopf auf die Füße gestellt

sabine.nuss am 17. August 2009 um 17:50

Wer wissen will, was “Urlaub” mit “Erlauben” zu tun hat, wie man jetzt auf das Sozialschmarotzer-Argument spekulieren kann, wo denn plötzlich die Krise hin ist oder warum gebärunwillige Frauen nicht an der Finanznot der Rentenkasse schuld sind, der kann diese und andere Fragen jeden Freitag von Kolumnist Stephan Kaufmann beantwortet bekommen. Das täglich-unerträgliche Rauschen aus Politik und Wirtschaft kurzweilig mal eben vom Kopf auf die Füße gestellt. Sehr zu empfehlen.

Anachronistisches Überbleibsel

sabine.nuss am 3. April 2009 um 13:41

Kleines Schmankerl zum Lesen für Zwischendurch: Hintergrund des Artikels (im folgenden vollständig zitiert, falls der Link nicht geht), ist ein Vortrag, den ich in Thüringen auf der Burg Bodenstein gehalten habe. Die Burg war ehemals im Besitz der Familie von Wintzingerode, sie wurde nach dem 2. Weltkrieg von den kommunistischen Machthabern enteignet. Der Autor des folgenden Artikel ist Jobst Graf Wintzingerode. Ich will mehr »

Marx-FAQ: Was ist eigentlich….

sabine.nuss am 12. January 2009 um 22:48

anton.jpg…der Unterschied zwischen Wert und Preis? Diese und andere Fragen tauchen bei der Lektüre des Kapitals von Karl Marx immer wieder auf. Der Hochschulverband der Linkspartei, SDS, hat nun ein Internet-Forum organisiert, in dem Leute, die das Kapital grade erst zu lesen anfangen, ihre Fragen stellen können und Leute die das Kapital schon gelesen haben, Antworten geben. Da mehrere Leute auf die gleichen Fragen antworten, macht das die Lektüre ganz interessant und offenbart verschiedene Lesarten - zumindest manchmal. Wers also wissen will: Zum Marx-FAQ.

Die Marx-Bubble. Vom Medienhype des Longsellers in Zeiten der Finanzkrise

sabine.nuss am 5. December 2008 um 00:41

Artikel von Sabine Nuss, Anne Steckner, Ingo Stützle, Erschienen in: ak - zeitung für linke debatte und praxis, Nr. 533 vom 21.11.2008:
»›Das Kapital‹ geht weg wie warme Weggli«, titelte am 14. Oktober 2008 der Schweizer Blick. Mit dieser Meldung brachte das Blatt eine Story, die in den letzten Wochen durch alle Medien geisterte: Der Verkauf des ersten Bands des »Kapital« hat sich nach Angaben des Berliner Karl Dietz Verlags, der unter anderem die Marx-Engels-Werke vertreibt, seit dem Jahr 2005 verdreifacht. Seither ist Verlagsleiter Jörn Schütrumpf ein gefragter Interviewpartner. Immer wieder muss er die gleichen Journalistenfragen beantworten, vor allem: Was sind das für Leute, die das Kapital lesen? Warum tun sie das? »Det ist die Krise«, erklärt der Verlagsleiter lakonisch. Ich will mehr »

“Das ist meine Schaufel”

sabine.nuss am 23. May 2008 um 10:42

schaufel.jpgMeine Schaufel, Deine Schaufel. Was hinter dem mein/dein steckt, erkläre ich ganz kurz im Stichwort “Eigentum” auf den Themenseiten Wirtschaft der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Das Ganze basiert auf einem Vortrag vom Sommer 2007 auf der Attac-Sommerakademie.


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